Entschuldigung! Es gibt Gewalt, aber in "Einem anderen Islam"

Teilen Sie den Artikel auf Google Twitter Facebook Whatsapp Whatsapp
Entschuldigung! Es gibt Gewalt, aber in

2010 / 09 / 07

"Islam ist nicht gewalttätig" ist eine Aussage die oft wiederholt wird. Doch die Frage ist hier, welcher Islam ist frei von Gewalt, und wo hat diese ideologisch gewalttätige Version der Al-Qaida zum Beispiel angefangen, die so viel Zerstörung in der Welt anrichtet?

Die Internationale Stiftung für die islamische Zivilisation (IFIC) in Washington DC hat mehrere Anfragen von amerikanischen Universitäten, darunter auch die George Washington University, über die Haltung des Islam vis-à-vis der Gewalt als Teil der Studie der Universitäten über den internationalen Terrorismus erhalten. Das IFIC hat die Fragen an einer Reihe von muslimischen Gelehrten, einschließlich Scheich Yasser Al-Habib, weitergeleitet. Shaykh Al-Habib hat eindeutig klargestellt, daß es eine ideologisch gewalttätige Version des Islam gibt, die er als "die falsche Version des Islam nannte". Er betonte zusätzlich, daß wenn wir zum wahren Islam zurück kehren, werden wir keine Ermutigung zur Gewalt oder Terrorismus feststellen. Im Gegenteil, diese Gewalt sei in dem wahren Islam absolut verboten, auch Gewalt gegen Tiere und Pflanzen. Wer erschafft dann diese falsche Version? Diejenigen, die sich gegen den Propheten (Friede sei mit ihm und seiner aufrechten Familie) nach seinem Tod stellten, sind diejenigen die diese falsche Version welche die Aktionen der Gewalt und des Terrorismus rechtfertigt erschufen.

Aufgrund ihrer Bedeutung sind diese Fragen und deren Antworten im vollem Umfang in einer Zeitung namens Shia Newspaper angeführt.

Q1: Wie sehen Sie die Begriffe Gewalt, Gewaltlosigkeit und Terrorismus?

A: Die Gewalt ist eine nicht zu rechtfertigende Handlung oder ein Verhalten, welche zum Tod oder Verletzungen führt oder körperliche oder seelische Schäden anrichtet und welche eine Einzelperson oder eine Gruppe oder das Leben im generellen betreffen kann. Gewaltfreiheit ist Bekenntnis zu friedlichen, nicht-militanten Verhaltensarten und der größtmögliche Verzicht auf die Verwendung von biologisch oder ökologisch gefährlichen Maßnahmen. Der Terrorismus ist oft die Politisierung der Gewalt um den Feind zu terrorisieren und ihm zwingen in einer Sache nachzugeben. Manchmal ist es eine Reaktion auf ein Gefühl der Niederlage.



Q2: Was ist die Beziehung zwischen Gewalt und der Sharia (dem islamischen Gesetz)? Rechtfertigt der Islam die Gewalt?

A: Ein umgekehrtes Verhältnis. Die Sharia verbietet den Einsatz von Gewalt, um Ziele und Forderungen zu erreichen. In der Tat basiert die Sharia auf dem Prinzip der Verbreitung von Frieden und Gleichheit, welche die wahren Ursachen von Gewalt beseitigen. Diese sind oft Ausgrenzung und Unterdrückung von Einzelpersonen oder Gruppen. Dieser Grundsatz übertrifft alle anderen Moralvorstellungen der Menschheit. In diesem Sinne fragte der Prophet (Friede sei mit ihm und seiner aufrechten Familie) seine Gefährten "Wollt ihr wissen, welches moralische Verhalten das beste in dieser Welt und das nächsten ist? Sie antworteten: "Ja, bitte, Oh Prophet". Er sagte: "Die Ausbreitung von Frieden in der Welt" (Al-Al-Allamah Majlisi, Bihar Al-Anwar, S. 12, zitiert nach Kitab Al-Ghayat). Darüber hinaus verbietet der Islam die Anwendung von Gewalt auch gegen die Toten, geschweige denn den Lebenden. Imam Al-Sadiq (Friede sei mit ihm) sagte im Gespräch mit einem seiner Gefährten der die Toten immer vor dem Begräbnis waschte: "Wasche vorsichtig und sei nicht rauh" (Al-Kulayni, Al-Kafi, S. 140) .

Der Islam verbietet weiters auch Gewalt an den Tieren. Wie kann es dann die Gewalt gegen den Menschen erlauben? Es wird berichtet, daß der Prophet (Friede sei mit ihm und seiner aufrechten Familie) sagte: "Der allmächtige Gott liebt Freundlichkeit und hilft denen, die freundlich sein möchten. Lasst deshalb die schwachen Tiere während der Fahrt auf Rastplätzen ruhen. Sollte der Rastplatz dürr sein, dann führt sie weiter, und sollte er grün sein, dann lasst sie ruhen."(Scheich Suduq, Man la Yahdhuruhu Al-Faqih, S. 289). Um zu betonen, wie wichtig der Verzicht auf Gewalt sei, und wie wichtig Güte und Barmherzigkeit sind, sagte Imam Al-Baqir (Friede sei mit ihm): "Der Allmächtige Allah ist gütig, mag Güte, und Belohnungen es, während er Gewalt nicht belohnt" (Al - Kulayni, Al-Kafi, S. 119).



Q3: Was sind Ihrer Meinung nach die Faktoren, die einige arabische und muslimische Gruppen dazu bewegt, Aktionen des Terrorismus und Extremismus zu begehen? Und was sind die wichtigsten Ergebnisse des Terrorismus und Extremismus?


A: Es gibt im wesentlichen zwei Gründe: Erstens gibt es die Existenz eines kulturellen Erbes welches die Gewalt unter der Illusion, daß sie islamisch gerechtfertigt sei fördert. Zweitens gibt die unausgewogenene internationale Politik diesen Gruppen den Eindruck, daß Araber und Muslime unterdrückt werden. Um diese erzeugten Gefühle von Wut zum Ausdruck kommen zu lassen, werden diese Gruppen gewalttätig. Die Ergebnisse, die Extremismus und Gewalt produzieren, können nicht eingeschränkt werden, sondern nur in einem einzigen Wort, nähmlich "Zerstörung", beschrieben werden, weil auf die Handlung die Reaktion folgt welche dann zur Zerstörung der menschlicher Gemeinschaft überall führt.



Q4: Wie können wir Extremismus und Gewalt eindämmen?


A: Extremismus und Gewalt einzudämmen erfordert den Austausch der falschen Kopie des Islam mit dem richtigen Islam. Die islamische Religion wurde von der ersten Putschregierung an verändert. Diese kam nach dem Tod des Propheten Muhammad (Friede sei mit ihm und seiner aufrechten Familie) und führte zu aufeinander folgenden Regierungen bis ein anderer Islam entstand der Gewalt schürte und ihn rechtfertige. Die Praktiken der Gouverneure ab Abu Bakr Ibn Abi Quhafa bis zu den Präsidenten der Bani Othoman hatten Extremismus und Terrorismus im Islam durch ihre religiösen Gelehrten eingerichtet. Zur gleichen Zeit stellen wir fest, daß die gesetzlichen Führer des Islam, welche die Nachkommen des Propheten (Friede sei mit ihnen) sind, vor Blutvergießen und Gewalt ernsthaft warnten. Ihre Biographien zeigen Güte und Barmherzigkeit.



Frage 5: Sind Sie der Meinung, daß Gewalt und Gewaltlosigkeit die Regel oder die Ausnahme seien?


A: Die Gewalt ist weder eine Regel noch eine Ausnahme. Der Islam lehnt Gewalt unter allen Umständen ab. Frieden ist die Regel, und alle anderen Umstände beziehen sich auf spezielle Regeln, welche nicht Gewalt genannt werden können.

Frage 6: Welche Beziehung besteht zwischen Jihad und Gewalt? Sind sie ein und dasselbe?


A: Es gibt keine Beziehung zwischen den beiden. Sie sind völlig verschieden voneinander. Jihad ist eine Notmaßnahme, die nur in zwei Fällen angewendet werden darf: erstens, zur Verteidigung der muslimischen Nation von einem externen Angriff und zur Verteidigung ihrer Einheit im Falle eines Bürgerkrieges, und zweitens zum Retten der Unterdrückten und der Schwachen und die Verbreitung des internationalen Friedens. Jihad ist daher die Verwendung der Gewalt aus Not um Frieden herbeizuführen sobald alle möglichen friedlichen Mitteln wie beispielsweise Verhandlungen, Druck der Öffentlichkeit, Medien und dergleichen scheitern. Ein reifer Muslim kann laut den Schiiten erst dann den Jihad erklären, wenn er die Erlaubnis von dem unfehlbaren Imam, der den direkten Kontakt mit dem allmächtigen Gott hat, oder von seinem Stellvertreter welcher der die religiöse Autorität besizt in dessen Abwesenheit zu handeln, hat. Selbst dann wird die Praxis des Jihad sehr eingeschränkt sein um so wenige Personen wie möglich zu töten, da der Islam eine Religion des Lebens und nicht eine Religion des Todes ist.



Frage 7:Kommt Gewaltlosigkeit ihrer Meinung nach der Kapitulation gleich?


A: In der Tat führt das Sich ergeben die meiste Zeit zum Sieg, wie im Falle des Imam Zain Al-Abidin (Friede sei mit ihm) als er zur Versammlung des Yazid bin Mu'awiyah gebracht wurde. Der Imam (Friede sei mit ihm) erwiderte Yazid nicht als dieser versuchte seinen Mord rechtzufertigen indem er dem Imam (Friede sei mit ihm) zu provozieren versuchte. Die logische und effektive Rede des Imam drückte seinen Mut aus, was Yazid veranlasste sich zu unterwerfen. Jeder der diese historische Haltung kennt, bestätigt daß Imam Zain Al-Abidin (Friede sei mit ihm) derjenige ist der Yazid besiegte. Es gibt viele Beweise zu diesem Thema welche in der Tradition des Propheten und seiner Ahl Al-Bayt (Friede sei mit ihnen) gefunden werden können.



F8: Hat die Gewalt psychische, sozialen oder pädagogische Konsequenzen auf unser Verhalten?


A: Im psychischen und sozialen Bereich setzt die Gewalt der Integration der Gemeinden Hindernisse; Die Gewalt setzt Barrieren zwischen Völkern und Rassen, welche zur kulturellen Stagnation führen kann, geschweige denn Kriege und zunehmende Spannungen. Was die Bildung betrifft, beeinflussen Gewalt und Gegengewalt die jüngeren Generationen, und führt dazu, daß sie aggressiv und feindselig werden. Dies verschärft das Problem noch weiter mit der Zeit.

Q9: Was ist der Zusammenhang zwischen Repression, Diktatur, politischer Unterdrückung und Gewalt?


A: Es gibt eine direkte Verbindung zwischen ihnen. Dies sind die wichtigsten Gründe für die Gewalt, da sie eine Atmosphäre der Radikalisierung schaffen.

Q10: Gibt es einen Zusammenhang zwischen den folgenden: Demokratie und Gewalt? Freiheit der Meinungsäußerung und Gewalt? Intellektuellen und politischen Pluralismus und der Gewalt?


A: Es gibt eine inverse Beziehung zwischen Gewalt und diesen Konzepten. Je größer der Spielraum für Demokratie, Freiheit der Meinungsäußerung, intellektuellen und politischen Pluralismus ist, desto weniger Gewalt gibt es. Zum Beispiel, eine begrenzte Explosion oder ein Terroranschlag in London, bei dem es weniger als hundert Todesopfer gibt, gilt als ein äußerst gefährlicher Vorfall und ein Wendepunkt in der Geschichte eines Landes, wie im Vereinigten Königreich, während der andauernden terroristischen Explosionen, bei denen Tausende im Irak täglich sterben, üblich ist. Dies ist weil das erste Land, Demokratie, Freiheit der Meinungsäußerung, intellektuellen und politischen Pluralismus genießt. Daher erscheinen derartige Vorkommnisse abnormal und man versucht zu beantworten, was einen britischen Staatsbürger dazu treibt so etwas zu tun. Irak auf der anderen Seite, hat in seiner modernen Geschichte Freiheit, Pluralismus, Gleichheit und Demokratie nicht erlebt. Generationen haben nur Kriege, ethnische Säuberungen, Diktatur und Ausgrenzung in einem solchem Maße erlebt, daß einige Iraker eine rauhe Natur und Neigungen, für extremistische Gruppen zu arbeiten erworben haben.



Q11: Welche Beziehung besteht zwischen der arabischen ideologischen Wissen und die Verbreitung von Extremismus und Terrorismus? Ist das System pro Gewalt, Hass und Extremismus? Und ist dieses System ein Hindernis für die Fortschritte bei der Reform und Demokratie?


A: Ja, das System pro-Gewalt, Hass und Extremismus. Solange die arabischen Medien durch den Staat und andere nicht toleranten Faktoren manipuliert werden, wird das arabische Denken am Absentismus leiden. Das arabische ideologische System ist mit Hass, Unfriedenheit und Extremismus vergiftet, da es weitgehend von den Medien geformt wurde.



Q12: Kann irgendeiner dieser Fälle in der Vergangenheit oder in der Gegenwart in der Gewalt angewendet wurde, als gewalttätig betrachtet werden oder sind diese alle aus Notwehr? Wie kann man einen klaren Rahmen schaffen, der das Recht auf Selbstverteidigung bestimmt, entwickelt werden?


A: All die Schlachten des Propheten (Friede sei mit ihm und seiner aufrechten Familie) und Imam Ali (Friede sei mit ihm) waren aus Notwehr. Keiner von ihnen hatte eine Schlacht eingeleitet. Sie bekämpfen nur jene welche sie bekämpften oder jene welche die Absicht hatten, sie zu bekämpfen. Diese waren daher Präventivkriege und solche Fälle der Anwendung der Gewalt waren zur Selbstverteidigung. Wie bei Al-Ta'f Schlacht, in der Imam Al-Hussayn (Friede sei mit ihm) kämpfte. Diese war eine Notsituation, in der er dem illegalen und repressiven Regime ein Ende bereiten mußte. Er marschierte bis er von der Armee des Regimes gezwungen wurde zu kämpfen aus Selbstverteidigung. Die Regeln für das Recht auf Selbstverteidigung sind eindeutig in der islamischen Rechtsprechung erstellt, und nicht durch Regimefreundliche Gelehrte. Nach diesen Gesetzen kann die Kraft nur dann verwendet werden, um ein Ende der Unterdrückung und Ungerechtigkeit, oder für die Festlegung der Rechte und des Rechts herbeizuführen. Das Kriterium für die Festlegung zwischen Recht und Unrecht einerseits und der Gerechtigkeit und der Unterdrückung andererseits ist das gleiche Kriterium, welches aus den vier Quellen der islamischen Rechtsprechung abgeleitet wird: dem Koran, die prophetischen Traditionen, Argumentation, und der einstimmigen Zustimmung des Gelehrten. Bemerkenswert ist hier, daß die Verwendung ein starken Argumentes nicht als eine Form der Gewalt zu betrachten ist. Wenn ein Muslim kraftvoll über seine Religion spricht oder andere Religionen kritisiert und deren Unvereinbarkeit mit Vernunft und Logik aufdeckt, bedeutet dies nicht, daß er gewalttätig ist. Dies ist ein starkes Argument, und Stärke ist nicht das Gleiche wie Gewalt.



Q13: Kann Gewalt als Hauptmethode für die Lösung der Probleme der Menschen und die Gesellschaft verwendet werden?


A: Nein, das kann es nicht. Es kann nur zu vorübergehende falschen Erfolgen führen, die der darauf folgenden Gegen-Gewalt nicht standhalten.



Q14: In Anbetracht der Tatsache, daß Gewaltlosigkeit der Weg zum sachlichen Dialog ist, kann die Methode der Gewaltlosigkeit eine effektive Alternative für viele der aktuellen Krisen zum Beispiel Spaltungen, Streit, militärische Konfrontationen und Zwietracht sein?


A: Ja, sicher. Es kann ein gesundes Umfeld und die Einleitung eines Dialogs schaffen, der vom Hintergrund der Gewalt wegführt, welcher sich im Laufe der Zeit angesammelt hat. Mahatma Gandhi in Indien, Nelson Mandela in Südafrika, und andere aktuelle Persönlichkeiten sind Erfolgsbeispiele, in denen der Wandel durch gewaltfreie Mittel und auf stabile Grundlagen herbeigeführt wurde. Das Problem ist, daß diejenigen die Gewalt anwenden wollen, die Realität schnell ändern. Diejenige, die sich der Gewaltlosigkeit verpflichten und Geduld üben, führen Veränderungen bei die der Zukunft standhalten werden. Sie wollen keine schnelle und instabile Veränderung die sich umkehrt, sobald Gegengewalt beginnt. Gewaltfreiheit erzeugt eine konstante Wirklichkeit, da es die Gefühle der Angst derjenigen, die durch die Veränderung negativ betroffen wurden, beseitigt. Gewalt auf der anderen Seite schafft eine Wirklichkeit die zerbrechlich ist, da sie den Ekel der ängstlichen Menschen erzeugt und deren Rachegefühle wach ruft.



Q15: Kann die islamische Renaissance und Veränderungsbewegung über die Gewalt Methodik, oder der Nicht-Gewalt-Methodik durchgeführt werden? Oder gibt es eine andere Methode?
A: Grundsätzlich wenn eine islamische Erneuerung und Veränderungsbewegung die Gewalt-Methodik annimmt, wird sie zu einer nichtislamischen da wie bereits erwähnt, die islamische Scharia Gewalt verbietet und wenn, dann nur zur Selbstverteidigung und der gleichzeitigen angemessenen Anwendung von Gewalt. Daher kann eine islamische Renaissance nicht mit Gewalt in erster Linie erreicht werden.



F16: Wie kann die Kultur der Gewaltlosigkeit verbreitet werden wenn einige glauben, daß es ein ideales Konzept und schwer anwendbar ist?


A: Diese Kultur kann sich nicht auf den Resten / Hintergrunden der falschen Version des Islam verbreitet werden, denn egal wie sehr wir versuchten dieses Konzept in den Köpfen der Menschen über verschiedene Mittel in das Bewusstsein zu vermitteln, bleibt der verzerrte Hintergrund, der dem Wachstum des Extremismus, Terrorismus und Gewalt fördert . Daher ist die beste Lösung diese falsche Version ganz zu entwurzeln, um Kenntniss eines wahren Islam zu verbreiten, der auf den Lehren der reinen Familie des Propheten, der Ahl al-Bayt (Friede sei mit ihnen) basiert, und sonst niemandem.



F17: Wie kann man in Anbetracht dessen, daß beide Arten der islamistischen Bewegungen – der gewaltbereiten und der gewaltfreien - welche beide einander widersprechenden und ihre Methodik aus dem Islam begründen, zur Erreichung der Ziele kommen?


A: Wie ich bereits sagte, ist dieser Widerspruch aufgrund der unterschiedlichen Quellen, aus denen jeder seinen Islam zieht. Die Bewegung die Gewalt anwendet stützt sich auf eine abweichende Quelle die zur Gründung der falschen Version des Islam geführt hat, während jene die aus den ursprünglichen Quellen des Islam stammt, gewaltfrei ist, und zu edlen Absichten und Zielen führt.



Frage 18: Welche Auswirkungen hatte 9 / 11 auf die Existenz des Islam im Westen? Hat dieser gewaltsame Zwischenfall eine Rolle in der Verzerrung des Islam-Bildes im Westen?


A: Es gibt keinen Zweifel daran, dass 9 / 11, und auch die jüngsten Ereignisse in Madrid, London und anderen westlichen Hauptstädten die Kluft zwischen dem Islam und diesen Gesellschaften vergrößern und Bemühungen vereiteln und die Reform dieser Gesellschaften, den Islam anzunehmen erschwert. Diese Ereignisse haben die islamische Bewegung zehn Jahre zurückgeworfen. Es ist jedoch auch möglich, positive Nutzung aus der westlichen Angst vor dem Islam zu generieren. Der Westen versucht heute, das was er als eine "aggressive" Religion auffaßt, zu verstehen. Es gibt jetzt einen Wunsch zu wissen, warum die Muslime angreifen und den Westen bekämpfen. Ein solches Interesse am Islam und Muslimen kann positiv genutzt werden, um die Größe des Islam zu markieren, seine Botschaft zu erklären und ihn von den törichten Handlungen der Terroristen zu distanzieren. Dies wird letztlich Menschen bewegen, zum Islam überzutreten. Wenn die Menschen wissen was der Islam wirklich ist, werden sie ihn nie aufgeben. Vielmehr werden sie das Christentum aufgeben, welches mit der Vernunft unvereinbar ist, sobald sie wissen, daß der wahre Islam eine Religion der Kultur und des Fortschritts ist, und andere Religionen wie das Christentum Religionen der Stagnation und Regression sind.



F19: Tyrannei, den Verlust der Freiheit, Unterdrückung, Zentralisierung der Macht. Welche von diesen ist der Grund für die Gewalt in der muslimischen Welt? Welcher von ihnen spielt eine Rolle beim Wachstum und der Ausbreitung der Gewalt?


A: Ja, sicherlich sind alle diese Faktoren Gründe für die Gewalt. Aber sie alle sind mit den beiden Hauptgründen verbunden, die ich vorher erwähnte: Ein Erbe, welches Gewalt fördert und dann die unausgewogenen internationalen Maßnahmen, durch welche die Muslime sich unterdrückt, ausgegrenzt und diskriminiert fühlen.




F20: Die Welt erlebt nun eine starke Bewegung der Reform, insbesondere in der arabischen und muslimischen Welt, in der die Menschen auf die Straße in vollem Aufruhr Regierungen zu stürzen versuchen und Veränderung herbeizuführen versuchen. Was motiviert eine solche Bewegung, ihrer Meinung nach, zu diesem Zeitpunkt?

A: Ein Teil dessen ist wahr, ein Teil falsch. Ein Teil ist selbst initiiert, ein Teil ist geplant. Dem wahren und selbst initiierten Teil geht es mehr um das muslimische Bewußtsein, besonders in jüngster Zeit, und einen Blick auf die Geschichte zu werfen, um die Quellen der Schwächen zu identifizieren, um sowohl der gegenwärtigen Situation, als auch für die zukünftige Situation, Abhilfe zu schaffen. Dies hat zur Bewegung der Veränderung geführt. Der falsche Teil beinhaltet die Authoritätssuchenden in der neuen Phase. Sie wollen Menschen im Namen der Reformen und Veränderungen manipulieren. Der geplante Teil wird durch den Westen unterstützt, um führende Positionen in der Zukunft als Teil einer Sanierungsstrategie im Nahen Osten zu besetzen. Dies sind die Gesichter der neuen Besatzung. Dieser neue Besatzung nimmt sich die Verbreitung amerikanischer Werte und die Anerkennung der amerikanischen Hegemonie in der Welt als Gestalt an. Die Revolution in der Informationstechnologie hat in der jüngsten Zeit eine Schlüsselrolle bei der Umstrukturierung / Umgestaltung des arabischen und islamischen Geistes gespielt. Satellitensender und das Internet haben viele der gemeinsamen ideologischen Werte verändert, insbesondere in dieser Zeit der manipulierten Medien und der aggressiven Kultur, und haben mehr Freiraum für die freie Diskussion geschaffen. Dies führte dazu, daß Leute nun ihre eigenen Ideologien in Frage stellen.



F21: Ist Aufruhr eine neue zivilisierte Art und Weise des Widerstands und eine Alternative zur Gewalt? Glauben Sie, daß es die Ziele der Veränderung erreicht?


A: Sie ist eines der besten Mittel, da sie mehr wirksamer und weniger schädlich für Menschen und Objekte sind. Ich rief vor mehr als 5 Jahren in einem Artikel von mir zur Aufruhr auf, indem ich sagte, daß es die islamische Art gibt, Druck auszuüben und Druck zur Veränderung herbeizuführen. Es ist im Grunde eine islamische Bestimmung, da die Scharia es verbietet, sich den ungerechten von Menschen erschaffenen Gesetzen, zu ergeben, die von Regierungen auferlegt werden um die Freiheit zu beschränken und um Rechte vorzubehalten. Die Weigerung sich diesen von Menschen gemachten Gesetze zu unterwerfen, führt zur Rückkehr zum islamischen Recht. Sollten die Menschen sich an diese Werten binden, dann werden diese Regierungen automatisch und ohne Blutvergießen gestürzt.



F22: Es ist bemerkenswert, daß die arabische und muslimische Welt die Reform nur unter dem starken Druck von außen akzeptiert, warum ist das so? Und ist in den arabischen und muslimischen Völkern Reform überhaupt ohne Einmischung von außen möglich durchzuführen?


A: Bis jetzt hat die muslimische Nation seine Stärke nicht wiedererlangt, weil der Prozess der Veränderung der Ansichten und Konvektionen langsam ist, wenn auch jetzt schneller als früher. Daher ist die Bewegung des Wandels und der Reformen in der muslimischen Welt noch nicht in der Lage sich dem alten Regime zu stellen. Dies ist auf Grund der ungleichen Verteiling der Macht, und daher Bedarf Veränderung an externer Unterstützung. Ich natürlich, bin der Regel gegen externe Unterstützung, weil ich der wahren Absichten dahinter gegenüber skeptisch bin. Wir sind jedoch bereit, aus der Notlage heraus mit ihr zu Verfahren, um „das, was das Wichtigste vor dem, was wichtig ist“ zu erreichen, solange dies in Übereinstimmung mit den geltenden islamischen Regeln ist. Bemerkenswert ist hier, daß diese Unterstützung nicht ewig anhalten kann, vor allem wegen der potentiellen Interessenskonflikten in der Zukunft. Es ist nur eine vorübergehende Unterstützung, vorrausgesetzt es ändert sich nichts in der Politik. Was der Akzeptanz der Reform betrifft, glaube ich nicht, daß die arabische und muslimische Welt sie ablehnen wird. Sie akzeptiert Reform, weiß aber nicht was die Reform ist, und ist daher zurückhaltend. Die Akzeptanz ist im wesentlichen von Bewußtsein abhängig.



F23: Warum ist Tyrannei, Diktatur und absolute Zentralisierung der Macht so weit in der arabischen und muslimischen Welt verbreitet? Warum ist es bei der Akzeptierung der Demokratie so weit hinten?


A: Die Zentralisierung der Macht wird nicht nur hier geübt, sondern auch in Osteuropa, Ostasien, und die meisten afrikanischen und lateinamerikanischen Ländern. Unser Gebiet ist in Bezug auf Demokratie so weit hinten, wie sie sind. Aber das ist nicht das ganze Problem. Es ist auch eines des Bewusstseins, des Verständnises und der Praxis. Der Westen hat sich von seinem religiösen Erbe im Aufstand gegen die Autorität der Kirche erhoben und es hat eine bessere Alternative geschaffen, um damit Fortschritte zu erzielen. Der Grund dafür war, weil das christliche Erbe aufgrund seiner Unvereinbarkeit mit der Wissenschaft gegen den Fortschritt war und auf Mythos beharrte. Das gleiche passiert bei uns, aber mit umgekehrten Ergebnis. Muslime begannen sich gegen den Islam zu wenden im Gedanken, daß er der Grund für ihre Versäumnisse war und vergaßen, daß die Version des Islam die praktiziert wird falsch ist. Sie haben nicht nach dem wahren Version gesucht und dachten, indem Sie die Christen und ihrer Zurückweisung der Religion folgen, ebenfalls Fortschritte erzielen. Aber es ist genau das Gegenteil, da der Islam Fortschritt und Wissen fördert. Der Islam ist das größte und umfassendste zivilisatorische Projekt für die Menschheit. Dies ist warum die Muslime jetzt noch mehr hinterher hinken als vorher, als sie noch einige Reste des wahren Islam hatten der ihnen half Fortschritte zu erzielen.



Q24: Was sind die Elemente und Voraussetzungen für eine erfolgreiche Demokratie in der arabischen und muslimischen Welt?


A: Grundsätzlich glauben wir nicht an die Demokratie als eine Methode. Wir glauben an den Islam mit dem, was er im Bezug auf die Beteiligung der Öffentlichkeit in der Regierung bietet. Er entspricht mehr der Wertschätzung und Respekt des Willens des Einzelnen, dessen Interessen und Zukunft mit dem Islam besser gesichert sind, als mit der reinen demokratischen Ansatz. Wir verwenden nur das Wort Demokratie aus Bequemlichkeit. Eine erfolgreiche Beteiligung der Öffentlichkeit an der Regierung hängt von der Schaffung einer positiven Atmosphäre in der arabischen und muslimischen Welt ab, wie bereits erläutert. Ohne die Befreiung von den bestehenden Spannungen wird es keine erfolgreiche Teilnahme geben.



F25: Wollen Sie eine Reform von außen oder innen kommen sehen? Was passiert, wenn die Reform nicht von innen wegen der staatlichen Unterdrückung erreicht werden kann? Was denken Sie, werden die Ergebnisse sein, wenn die Reform von außen kommt?


A: Es ist selbstverständlich, daß die Reform von innen die Richtige ist. Ich meine die, welche die Fehler in unserer dynamischen Kultur behebt, unsere Gesellschaften zum Islam zurückführt und uns mit seinen großen zivilisierten Lehren verpflichtet. Jene Reform die von außen kommt, ist nur vorübergehend wie ich bereits erwähnt habe, und mit externen Interessen gebunden. Es ist ein "karikaturistische" Reform, so zu sagen. Oft ist es eine Illusion, da es das Bild der Veränderungen schafft, aber nicht der Realität. Dafür gibt es viele Beispiele in der Geschichte. Menschen die mit der Reform zu tun haben, die von außen implementiert wird, versagen später und bleiben wieder stecken. Aber diejenigen, die ihre Reformen unabhängig von innen durchführen, werden erfolgreich sein. Ich verbiete nicht das von außen in einer Notlage "um Unterstützung ansuchen", bei der die Menschen nicht in der Lage sind, Reformen von innen durchzuführen, solange diese Unterstützung begrenzt ist, durch das islamische Gesetz genehmigt und sinnvoll genutzt werden kann, und auf der Grundlage des Interressens-Austauschs ist, anstatt der Abhängigkeit oder ähnlichem. Ich verbiete nicht diese Form der Hilfe, denn die Regel im Islam ist, Leben zu erhalten und ein Höchstmaß an Gerechtigkeit zu gewährleisten. Deshalb, im Falle einer Lebensgefahr für die Muslime und ihrer Sicherheit, die nur mit Unterstützung von außen beendet werden kann, darf die muslimische Nation Rückgriff auf diese Art und Form der Unterstützung als eine Notmaßnahme benützen wenn alle anderen Mittel versagen. Der Irak ist ein Beispiel dafür. In diesem Beispiel ist es selbstverständlich, daß die Reform möglich gewesen wäre, wenn sie wirklich von innen käme. In diesem Fall könnte die Situation viel besser sein, im Hinblick auf die Sicherheit und den Frieden, als sie jetzt ist. Das ist der Unterschied zwischen internen und externen Reform.

In ihrer Debatte über den Terrorismus, diskutieren Menschen im Westen drei wichtige Fragen:

F1: Was ist es, daß die Menschen zu Terroristen macht?
A: Verfolgung, Unterdrückung, Tyrannei, Armut, Krieg, manipulierte Medien, unausgewogene internationale und regionale Politik und ein Erbe, welches Gewalt befürwortet.

F2: Was nährt Terrorgruppen?
A: Ein geeignetes Umfeld, Kriege, religiöse und ethnische Verfolgung. Guantanamo Bay und das Abu Gharib Gefängnis, zum Beispiel, in dem der Koran entweiht wurde. Diese beliefern Gruppen mit Rekruten. Eine andere Sache, die diese Gruppen hilft, ist die logistische Unterstützung und Geld, die von manchen Regimen zur Verfügung gestellt wird, um gewisse Regionen zu destabilisieren, sich zu schützen und dem Feind besetzt zu halten. Die amerikanische Unterstützung von Terrorgruppen in Afghanistan gegen die ehemalige Sowjetunion zum Beispiel, und Libyen, welches eine Reihe von Gruppen im Libanon, Palästina und Nordirland unterstützte.

F3: Was sind die Reaktionen der Menschen auf die terroristische Anschläge?
A: In den meisten Fällen, in denen es keine direkte Gefahr gibt, ist die Reaktion der Menschen nicht mehr als das Gefühl von etwas Mitleid, über das was passiert ist. Manche würden sogar getröstet werden, wenn sie ihre Feinde, die ihre Verfolgung und Unterdrückung unterstützt haben, beim Leiden sehen. Aber im Falle der direkten Gefahr, wenn die Gesellschaft selbst leidet, würde die Reaktion so stark sein, daß es zu einer Gegengewalt kommt. Zum Beispiel, äußerte einen Kongressabgeordneter seinen Wunsch die Ka'aba sowie einige anderer heiliger muslimische Stätten, als Reaktion auf die Terroranschläge in Amerika in die Luft zu sprengen.

Teilen Sie den Artikel auf Google Twitter Facebook Whatsapp Whatsapp